bewölkt und schön warm, sehr windig, meist von hinten.
Art Friedrich und sein Roommate Luigi bereiten ein landestypisches Frühstück mit Rührei und Kartoffeln. Es ist sehr lecker.
Damit wir aus Miami gut herauskommen, fährt Art 15 km bis zum Bayshore Drive mit. Ganz herzlichen Dank, Art, für die liebevolle Gastfreundschaft.
Der Weg aus Miami heraus sind über 40 km nicht sonderlicher Radstrecke. Vorbei am sehenswerten Art Deco-District zieht sich dann Miami Beach`s endlose Strandhotelkette nach Norden. Fast immer müssen wir die Straße fahren. Über Fort Lauderdale hinaus haben wir streckenweise das Gefühl am Ballermann wie Exoten entlang zu radeln. Hier ist Amerikaners low-budget Pauschalurlaubs-Paradies!
Leider ist das warmshowers-Quartier in Boca Raton nicht erreichbar, aber ein halbwegs gutes Motel tut’s auch.
29. 03. 2010
Boca Raton – Jupiter
78 km
Wolkig, zeitweise Gewitterregen, Gegenwind
Wie schon gestern das letzte Stück fahren wir auch heute an sehr vielen Villen vorbei. Wenn man addiert, kommen schon 40 km zusammen. Der pure Luxus an einer langen Kette. Trotzdem kommt nicht richtig das Gefühl dafür auf, dass es attraktiv hier zu wohnen ist. Auf zig Kilometer gibt’s außer Villen nichts. Kein Restaurant, kein Laden und nicht mal die kleinste Bar.
Gerade Palm Beach bietet das klassische Nobelambiente. Die Wohnstraßen sind streckenweise von 6 Meter hohen Hecken gesäumt. Da bleibt für Google-Streetview keine Chance mehr. Aber alles ist gepflegt bis auf Wettkampf-Niveau. Das beeindruckt sehr.
Unsere Hauptstraße bleibt die A1A, welche meistens genau der Küstenlinie zwischen Atlantik und dem Intracoastel Waterway folgt. Diese Streifen ist mal 100 m breit, mal 5 km und zieht sich an der gesamten Ostküste Floridas entlang. Unterbrechungen gibt es einige, die so genannten Inlets. Dann fährt man oft mehrere Kilometer Umweg, fast immer durch eine wenig attraktive Stadt. Die jeweils zu überquerenden Brücken sind die Berge Floridas. Extrem hoch und lang, so dass auch Kreuzfahrtschiffe hindurchpassen. Auf diese Weise sind täglich einige Bergwertungen zu überstehen.
Warmshower-Host Lynn Daniels ist schnell gefunden, typische Wohngegend und sehr ruhig. Stolz zeigt sie ihren Apfelsinenbaum, welcher gerade erstmals zwei Früchte zur Ernte hergibt.
Wettermäßig war es kein guter Tag. Aufbruch nach stundenlangem Starkregen gegen 11 Uhr, unterwegs 1 Stunde starker Regen, bewölkt und frisch. Oh Wunder, nach der Hitze ist das gar nicht mal unangenehm.
30. 03. 2010
Jupiter – Fort Pierce
87 km
Sonnig und heiß, wechselnder Wind
Der Weg beginnt nicht gut, auf der US 1 herrscht viel Verkehr. Lynn hat etwas weiter der Weg entlang des Intracoastel Waterways empfohlen, dem kommen wir nach. Eine gute Entscheidung, denn endlich einmal nicht eine ewige Gerade. Die Straße ist kurvig und ganz leicht hügelig, die helle Freude nach dauernden gezirkelten Langweilern.
Heute geht es bis nach Fort Pierce, eine alte, kleine Stadt. Sehr angenehm und ein hervorragendes Abendessen machen einen guten Tagesabschluß.
31. 03. 2010
Fort Pierce – Vero Beach
53 km
Sonnig und heiß, meistens Gegenwind
Der Tag heute ist nicht sehr bemerkenswert, die Straßen sind wie meistens lang und –weilig. Der übliche Verkehr und oft einen Streifen für Radfahrer. Der Wind nervt auch nicht sehr – also den Tag schnell abschließen. Erwähnenswert ist Waldo`s Lokal in Vero Beach – toller Werstern-Baustil und gute Gastronomie.
Ebensolche Gäste runden das pittoreske Gesamtbild ab.
Noch was, die Übernachtung. Warmshower-Mitglied Terry, Park-Ranger im angrenzenden State-Park Sebastian bietet eine so hohe Gastfreundschaft, dass es schon fast peinlich wird. Wie kann man das je wieder gutmachen? Das Haus grenzt an den Atlantik und liegt sehr einsam. Kneipe, Shop – mindestens 20 km weg. Dafür in 15 Sek. am Strand und ein Kühlschrank voll Getränke. Abendessen zaubert er auch noch und erzählt sehr viel über seine vielen Reisen und Gäste aus aller Welt.
Endlose Straßen
01. 04. 2010
Vero Beach – Cape Canaveral
74 km
Die erste Station heute Morgen ist der Sebastian State Park, um uns gebührend von Terry zu verabschieden. Mit seiner Uniform macht er wirklich was her.
Sehr weit geht ein Radweg an der Straße entlang, auf dem man sogar nebeneinander fahren kann. Das ist sehr entspannend und lässt die Strecke kürzer erscheinen. Die häufig anzutreffenden Radrennfahrer wollen davon nichts wissen. Sie heizen der Straße entlang. Für diese Radler sind wir nicht ebenbürtig.
In Melbourne muss mal Shopping bei Walmart sein und ein Weihenstephan-Weizenbier.
An meinem Fahrrad zeichnet sich ein Schaden am Hinterrad ab, das Achsgehäuse hat eine Bruchstelle. Seit Tagen merke ich schon die Acht im Rad. Der einzige Radladen weit und breit kann nicht gescheit helfen, denn ein neues Rad mit Schrottfelge hält wohl noch weniger aus. Hoffentlich hält es noch ein paar Tage, dann wird es in Atlanta mit Resi`s Hinterrad getauscht.
Warmshower-Host ist heute Kim in Cape Canaveral. NASA-Mitarbeiterin und mit beneidenswertem Blick auf Raketenstarts von ihrer Wohnung aus.
02. 04. 2010
Kennedy Space-Center
0 km
Kim nimmt uns zu ihrer Arbeit mit – in das Visitor-Center des Space-Port und holt uns abends wieder dort ab. Dazwischen machen wir tiefgreifende Erkundungen über die Raumfahrt der NASA und können das Space-Shuttle Discovery auf der Rampe bewundern, welche in drei Tagen abheben soll.
Space Shuttle Dicovery auf der Startrampe
2. Vorläufiges Fazit:
Die Bedingungen einer Radtour sind zwar merklich besser geworden, aber ein Pättkestour wird das hier wohl nie. Bis auf Ausnahmen geht es meistens an der A1A entlang, welche als Küstenstraße doch sehr befahren ist. Fast überall hat man Seitenstreifen als Radwege deklariert und mach auch sonst auf Radfahrer aufmerksam. Aber der ständige Strom von Autos lassen kaum entspannte Gefühle aufkommen. Dazu kommt, dass fast alle Straßen bis zum Horizont abzusehen sind. Das ist sehr langweilig und die Kilometer ziehen sich zäh dahin
Die A1A hat auch noch einen Nachteil: weil hier viele Versorgungen an der bedeutenderen US1 liegen, findet sich nur selten ein Einkaufsmöglichkeiten. Manchmal schleppt man sich bis 30 km ohne Wassernachschub dahin.
Es gibt auch Positives: die Freundlichkeit der Menschen ist fast grenzenlos. Mürrische Zeitgenossen haben hier keine Chance.