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Es ist 9:30 Uhr und ich zögere: weiter fahren, oder Pause?
Am frühen Morgen hat es stark geregnet. Jetzt nach dem Frühstück nieselt es nur noch sehr leicht; es ist fast trocken.
Auf meine Frage, ob ich bei einer zweiten Übernachtung einen Preisnachlass bekomme, wird dies von der Inhaberin der Pension verneint.
Da ich die Benefiztour komplett aus eigenen privaten Mitteln bestreite, würden häufige Übernachtungskosten von 69 Euro (für eine eigentlich stinknormale Pension) mein geplantes Budget sprengen.

Also noch einmal in den aktuellen Wetterbericht geschaut:

Das Wetter in Wismar

In Wismar fällt bis zum Nachmittag Regen und die Temperaturen liegen zwischen 8 und 11°C.
Am Abend kommt es in Wismar zu leichtem Sprühregen und die Luft kühlt auf 8 bis 9°C ab. Nachts ziehen Wolkenfelder durch bei Tiefstwerten von 7°C.
Der Wind weht mäßig aus nordöstlicher Richtung mit Geschwindigkeiten bis zu 22 km/h

Der Wetterbericht für morgen sieht etwas besser aus. Insbesondere ist die Regenwahrscheinlichkeit geringer (aktuell 85%).

Ein ganz kleiner Punkt ist es, der mich in dieser Minute zu Entscheidung "Pause" veranlasst und das ist nicht der leichte Regen, sondern die Windrichtung.
heute: NO 22 km/h, also schräg von vorne
morgen: West 18 km/h ----sollte das der erste Rückenwindtag werden?

PAUSE!!!

Anruf aus der Hansestadt Demmin
Pressefoto und Geldübergabe (Spende 50 €) am Sonntag um 8:00 Uhr vor unserer Pension.

Von Freitag bis Dienstag bekomme ich Besuch und werde mit einem PKW begleitet.
Ich freue mich u.a. darauf, nicht mehr alleine zu sein und Unterhaltung zu haben.
Falls wir uns Freitagnachmittag schon treffen, habe ich die Möglichkeit, mein Gepäck von fast 40 kg zum Hotel bringen zu lassen. Auch an den anderen Tagen ist der Gepäcktransport sichergestellt:
Also:
Stralsund-Greifswald-Demmin (100 km)
Demmin-Anklam (60 km)
Anklam-Stettin (100 km)
jeweils ohne Gepäck.

Freitag gesellt sich auch der Mitradler Klaus Brehme aus der Hansestadt Münster zu uns und ich bin gespannt, ihn etwas näher kennenzulernen.


Zu meinem Lübeck-Foto (siehe gestern) hat der Herforder Wochenanzeiger heute den folgenden Text veröffentlicht:

16:53h, Dienstag 11.05.2010
Das erste Drittel der Benefiz-Radtour ist geschafft

Hansetour macht Station in Lübeck und Wismar


Herford. Der Herforder Langstreckenradler Erhard Krull hat Lübeck, die Hauptstadt der weltweit größten  Städteverbindung, erreicht. In den letzten 11 Tagen hat er bei kaltem Wetter und teilweise starkem Gegenwind über 1100 Kilometer zurückgelegt und fast 25 Hansestädte in Deutschland und den Niederlanden angefahren. Auf den nächsten 2200 Kilometern bis Tallinn  beabsichtigt er, weitere 25 Hansestädte aufzusuchen.
Krull, der in vielen Rathäusern empfangen wurde, ist mit dem bisherigen Spendenergebnis sehr zufrieden. Der symbolische Verkauf von Hansestädten für 40-200 Euro je Stadt ist erfolgreich verlaufen:
Einzelne Kommunen und Stadtmarketinggesellschaften haben ihre Stadt „gekauft“.
Privatpersonen erstehen Städte, zu denen sie eine persönliche Beziehung haben. So hat ein Nordhorner Bürger seine Geburtshansestadt in Polen erworben. Am 9.5. war das Etappenziel Buxtehude das Geburtstagsgeschenk für eine Löhnerin.
In Anbetracht der finanziellen Notlage seiner Stadt hat ein Bürgermeister seine Privatschatulle für den guten Zweck geöffnet.
Zwischen den Partnerstädten Rheine und Borne (NL) ist ein netter "Zweikampf" entbrannt. Bisher sind in Rheine drei Spenden in Höhe von 280 Euro eingegangen, dicht gefolgt von Borne (NL). Hier spendete das Städtepartnerschaftscomité 250 Euro. Herford wurde für 200 Euro vom hiesigen  Lions-Club symbolisch erworben.
Krull, der über seine interessanten Reiseerlebnisse und Spendenergebnisse jeden Tag im Internet berichtet, würde sich freuen, wenn sich 2010 auch wieder Firmen aus der Region  an dem Projekt beteiligen, denn er hofft, dass das Gesamtspendenergebnis seit 2006 die Grenze von 50.000 Euro erreicht (bisher 47.000 Euro).
Wer die drei gemeinnützigen Projekte der diesjährigen Benefiztour unterstützen und symbolisch „seine“ Stadt kaufen möchte, findet das Procedere und die Bankverbindung auf der Homepage des Rad und Tat e.V.: www.hanseradweg.eu.
Foto:
Der Solidaritätsbär der IG Bau ist immer noch dabei. Auf dieser Tour ist der Bär für mich ein Symbol, dass es sich lohnt, für demokratische Rechte und Werte einzutreten. Meine Solidarität gilt den gekündigten und ausgesperrten Arbeitern und dem neuen Betriebsrat. Die Art und Weise des Arbeitskampfes verdient höchsten Respekt

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Dazu Bodo Matthey von der IG Bau:

Hallo lieber Erhard,
danke für deine Mail. Da haben wir uns ja nicht gerade den besten Frühling ausgesucht - du für die Tour und wir zum streiken.
Wir streiken jetzt beim Betonwerk Westerwelle die 5. Woche. Ich soll dir liebe Grüße von den Streikenden übermitteln. Dir weiterhin alles Gute für deine Tour.
LG Bodo von der IG BAU
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@Bodo:
Lieber Bodo, liebe Streikenden vor den Werkstoren des Betonwerkes Westerwelle!
Die Mitnahme des Solidaritätsteddys ist nur ein sehr kleines Symbol, mit dem ich Eure Sache unterstützen kann. Obwohl er zwar nicht gewichtsmäßig, aber vom Volumen her meine Gepäcktaschen belastet, ist es mir persönlich wichtig, ihn bis Tallinn mitzunehmen.
Eurem Arbeitskampf und Eurem Engagement für demokratische und soziale Standards zolle ich höchsten Respekt!
LG
Erhard vom Rad und Tat e.V.

13:30 Uhr
Es hat aufgehört zu regnen. Das Zimmer ist großzügig geschnitten und ich erledige einige Email-Anfragen und sonstige Dinge am PC. So wird mein Jahreserholungsurlaub fast gemütlich. Bei der Kälte habe ich die Heizung an und diese dient dazu, die "Rei-in-der-Tube-Wäsche" zu trocknen.
Die Eintagsfliegen, die mich in den letzten Tagen verschmäht haben, hätten heute ihr wahre Freude an meinem Duft!

Jetzt habe ich seit Tagen keine Sonne gesehen, aber die Haut auf meiner Nase pellt sich. Das zeigt, dass die Sonne im Mai auch bei kalten Temperaturen und einer geschlossenen Wolkendecke immer noch genug UV-Strahlung an die Ostseeküste schickt, um den Krull zu ärgern.

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03.01.2010  .....  .......    Vorwort
In Wismar war ich erst einmal und zwar 1995 auf meiner damaligen deutschlandradtour. Ich erinnere mich an eine wunderschöne Altstadt und freue mich auf die Stippvisite fünfzehn Jahre später.


Schon einige Jahre nach der Stadtgründung wird Wismar auf Betreiben der Kaufleute Mitglied der Hanse. Im Jahre 1259 schließen sich die Städte Rostock, Lübeck und Wismar zusammen um gemeinsam gegen die Seeräuber zu kämpfen.
 

Hansestadt Wismar im 15. Jahrhundert Im Jahre 1293 treten weitere Städte diesem Dreierbund bei. Darunter Stettin, Stralsund und Greifswald. Das Bündnis bewirkte ein Aufblühen der Wirtschaft in den Hansestädten. Doch der Reichtum der Kaufleute schaffte auch Benachteiligungen gegenüber den vielen Handwerkern. So kommt es zu Unruhen und Veränderungen. In Wismar wird der Rat der Patrizier gestürzt und die Handwerksmeister  gewinnen an Einfluss.
 
1428 wird der Wollenwebermeister Claus Jesup Bürgermeister von Wismar. Einige Jahre konnte der neue Rat die Stadt regieren, dann übernahmen wieder die Kaufleute die Macht.

 
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