9:00 Uhr Ich konnte endlich einmal wieder ausschlafen und hoffe, das der eine Tag Erholung helfen wird, die nächsten Tage konditionell einigermaßen zu überstehen.
Das Wetter scheint mir helfen zu wollen. Es ist keine Wolke am Himmel und ich hoffe, dass ich in Trakai einige schöne Fotos machen kann.
Für die nächsten Tage habe ich die Planung etwas umgestellt. Morgen geht es bis ca. Kaunas und anschließend in 3 (statt geplant 2) Tagen nach Riga. Ich möchte mir auf diesen 3 Tagen den "Berg der Kreuze" anschauen -- lohnt sich -- bei Interesse googeln!
Der Vechtekurier ist schnell. Folgender Text ist dort bereits online zu lesen:
Sonntag, 30. Mai 2010 um 17:17 Erhard Krull erreicht auf Hanse-Radtour Kinderheim in Litauen: Noch 700 Kilometer bis TallinnTrakai/LT. Die Hanseradtour ist nach 2700 Kilometern in Trakai angekommen und die Radler Erhard Krull aus Herford und Klaus Brehme aus Münster, der seit Demmin mitfährt, haben das Waisenhaus in Rudischkes (Rayon Trakai) besucht. In diesem Heim leben sowohl Waisen, als auch Kinder aus Familien, in denen die Jungen und Mädchen zu verwahrlosen drohen.
Krull, der sich seit einigen Jahren um Aufklärung im Bereich der FAS-Krankheit bemüht, sieht in Litauen einen besonderen Handlungsbedarf. Menschen mit dem FAS-Syndrom sind deshalb behindert, weil die Mütter während der Schwangerschaft Alkohol getrunken haben. Hierzu einige Beispiele, die der Herforder Benefizradler auf dieser und der Hansetour 2009 in dem Heim in Trakai sammeln konnte.
23 der 52 Kinder sind wegen nachgewiesener FAS-Symptomatiken unter ständiger ärztlicher Kontrolle Hier leben 14 Kinder von einer Mutter, jeweils sieben von zwei Vätern. Sieben andere Halbgeschwister haben 7 verschiedene Väter und ihre Mutter ist seit der ersten Schwangerschaft nicht wieder nüchtern geworden.
Kurz vor dem Aufenthalt 2009 war eines der Heimkinder mit 4,02 Promille Alkoholgehalt im Blut gerade noch in einer Spezialklinik gerettet worden. Aktuell befindet sich ein 15-jähriges Heimkind zum Alkoholentzug im Krankenhaus in Kaunas. Wenn junge Frauen aus dem Haus schwanger werden, feiern sie weiter in den bekannten Cliquen mit Bier und Wodka. Den Kindern wird der unsachgemäße Umgang mit Alkohol schon im Elternhaus vorgelebt.
Es gibt Eltern, die tageweise Arbeit in der Landwirtschaft bekommen und sich dann den Lohn nicht in Geld auszahlen lassen, sondern in Wodka. Wenn sie dann nach Hause kommen, ist der Wodka alle und die Kinder hungern immer noch. Es ist vielfach üblich, Brot in ein Tuch zu wickeln und dieses in Wodka zu tauchen. Unruhige Kleinkinder bekommen diesen „Schnuller“ zur Beruhigung.
Krull: “Die Spendengelder, die ich seit einiger Zeit für dieses Haus sammle, sollen vorrangig der FAS-Aufklärungsarbeit für die Heimiknder und deren Betreuer bestimmt sein. Wenn durch meine bisherigen und zukünftigen Spendensammelaktionen für dieses Heim nur ein einziges neu geborenes Kind vor der Krankheit bewahrt werden kann, hat sich alles gelohnt“.
Krull wird am morgigen Montag unter anderem. dieses Thema mit Vertretern des Rathauses, des Kreises Trakai und der Heimleitung erörtern. Anschließend geht die Hansetour 2010 weiter zum „Berg der Kreuze“ und über Riga zum Tourziel nach Trakai.
Tägliche Tourberichte mit Fotos sind auf der Webseite www.hanseradweg.eu zu finden.
Benefiz-Radler Erhard Krull hat noch rund 700 anstrengende Kilometer bis zum Ziel Tallinn vor sich. Der in Bielefeld tätige Beamte aus Herford plagt sich aktuell mit Konditionsschwächen und seinem chronischen Hüftgelenksleiden durch Litauen.
Foto: Erhard Krull
nachfolgend noch einige Fotos vom Besuch 2009 in Trakai:
02.01.2010 ....................Vorschau Die Benefizradtour 2009 hatte Trakai als Ziel und gemeinsam mit Engelbert Nagelschmidt, der von Lübeck nach Lübeck die Ostsee umrundete, konnten wir 4.000 Euro für das dortige Waisenhaus sammeln. Einzelheiten zu Trakai und der letzten Radtour könnt Ihr unter dem Link "Benefizradtour 2009" finden