Das Zimmer in der letzten Nacht war gut geheizt. Dicke Heizungsrohre laufen an der Wand lang und ich bekam die durchnässte Kleidung in Kürze wieder trocken. "Wir haben jeden Tag 24 Stunden warmes Wasser" verkündete der Betreiber stolz. Als ich heute morgen um 5.15 Uhr den Sanitärbereich aufsuchte, wusste ich auch warum Zimmer und Wasser so warm waren. Ein Mann schaufelte Briketts und Kohlen in einen überdimensionalen Ofen.
Es ist kalt. Die Sonne lässt sich nur selten blicken. Wir sehen seitlich von uns kräftige Regenschauer vorbeiziehen und bekommen glücklicherweise nur wenige Tropfen ab. Zum Glück haben wir zumindest halbwegs Rückenwind und kommen gut voran. Es ist jetzt 16:45 Uhr und wir hoffen in gut 2 Stunden unser Tagesziel Allenstein zu erreichen.
Als wir aus dem Restaurant kommen, merken wir, dass wir nichts verpasst haben. Es hatte in der Zwischenzeit einen heftigen Schauer gegeben. Auf der Straße stehen tiefe Pfützen. Nach 15 km erwischt es uns auch. Jeder sucht für sich eine trockene Stelle. Klaus findet einen Baum mit wenig Blättern und schmiegt sich an den Stamm. Ich habe es 100 Meter hinter ihm etwas besser angetroffen. Ich lehne ganz eng an der Wand eines alten Hauses. Kleine Hagelkörner prasseln auf die Straße und nach kurzer Zeit, es regnet immer noch, taucht am Horizont die Sonne auf. Ich suche und finde den Regenbogen.
Zum Abend läßt sich die Sonne zwar etwas mehr sehen, aber dicke Wolken lassen immer wieder Furcht aufkommen. Bei 10-12 Grad ist der Wind von hinten das einzig Positive am Wetter.
Seit zwei Tagen sehen wir sehr viele bewohnte Storchennester. In einem kleinen Ort habe ich heute etwa 20 gezählt.
Um 21 Uhr erreichen wir nach 105 km Allenstein. Die Übernachtung/F kostet im DZ gut 20 Euro pro Person und das Zimmer ist ordentlich.
Übernachtung in Elblag
Ich werde noch Pilzsammler
jo moi, bin ich denn in Irland?
Hätte ich doch nur noch meinen schönen, wilden Garten! Ich hätte den ein oder anderen dieser wunderschönen Gartenzwerge mitgenommen!
;-)
Das stand heute im Wochenanzeiger:
11:09h, Dienstag 25.05.2010 Das zweite Drittel der Benefiz-Radtour ist fast geschafft
Eintrag ins Goldene Buch der Stadt Anklam
Herford/Anklam/Danzig. In den ersten drei Wochen hatte Benefizradler Erhard Krull mit Regen, Kälte und häufigem Gegenwind zu kämpfen. Ab Danzig deutet einiges auf eine Wetterbesserung hin. Trotz dieser ungünstigen äußeren Bedingungen auf den ersten 2000 Kilometern sind es die vielen Begegnungen und unerwarteten Ereignisse, die auch die vierte Radtour zugunsten bedürftiger Menschen zu einem schönen Erlebnis werden lassen. Seit Demmin begleitet ihn der Münsteraner Klaus Brehme. Viele Etappen werden gemeinsam gefahren, einige wegen unterschiedlicher Interessen auf getrennten Wegen. In der Hansestadt Stolp musste für den Herforder Langstreckenradler ein komplett neues Hinterrad angefertigt werden. Abends folgte eine weitere Panne fernab jeder Unterkunft und Krull, der diese Etappe alleine fuhr, erreichte Danzig rechtzeitig, um den Sonnenaufgang an der Modlau zu bewundern. Die Pannen waren vermutlich das verspätete Resultat eines Sturzes einige Tage zuvor. Ein Highlight der bisherigen Tour war der Eintrag ins Goldene Buch der Hansestadt Anklam. Danach folgte eine Einladung durch die Stadt Danzig zum „III Welttreffen der Danziger“. Krull: „Ich wurde begrüßt von Jolanta Murowska, wie der Herforder Manfred Schürkamp im Präsidium der internationale Hansebewegung und es folgten unvergessliche Erlebnisse in Gdansk, die ich sicherlich der hanseatischen Freundschaft der beiden zu verdanken habe“. Besuche des Friedhofes der nichtexistierenden Friedhöfe, des Rathauses und eine Abendveranstaltung in der Philharmonie waren nur einige Stationen dieses Tages. Der Hanseradfahrer hatte die Möglichkeit, seine Benefizideen dem deutschen Generalkonsul in Polen, sowie dem polnischen Honorarkonsul für Norddeutschland mit Sitz in Bremen vorzustellen. Besonders beeindruckten ihn aber Gespräche mit älteren Menschen, die vor dem Krieg in der Freien Stadt Danzig geboren wurden und für die dieses alle 4 Jahre stattfindende Treffen sehr emotionsvoll ist. In vielen Gesprächen mit den über 80-jährigen erfährt er deren Lebensgeschichte. Immer wieder tauchen Begriffe wie „01.09.39, Stutthof, Auschwitz und Ravensbrück“ auf. Krull wird deshalb, abweichend von seinen bisherigen Planungen, am Pfingstmontag noch einmal nach 2006 (1. Benefizradtour nach St. Petersburg)zum früheren Arbeitslager und späteren Kz Stutthof fahren, bevor es Richtung der Landschaft der Masuren und nach Litauen weitergeht. In einer Woche will Krull zwei Tage im Waisenhaus der litauischen Stadt Trakai verbringen. Ein Teil der Spendeneinnahmen ist für Waisenkinder und Kinder aus verwahrlosten Familien bestimmt, die in diesem Heim betreut werden. Tägliche Tagebucheinträge werden auf der Homepage www.hanseradweg.eu ins Netz gestellt